FlexibleFamily Foto: Romy Sigl

Wie ein Citylabor Salzburg Projekt starten kann…

Person X ist 31 Jahre alt, liebt ihren Beruf und ist in einer Beziehung mit der wunderbaren Person Y – seit ca. 11 oder 12 Jahren. Wer von dieser Sorte Mensch weiß das schon so genau. Diese Sorte Mensch? Diese Sorte Mensch ist weniger an den Details sondern mehr am „großen Ganzen“ interessiert und stellt sich regelmäßig die Sinnfrage: „wozu mache ich was ich mache.“ Darum ist X vom Beruf Selbstständig. Selbst Entscheidungen fällen, das Leben selbst in die Hand nehmen – auf sich selbst war meistens noch verlass. Person X hat, nachdem sie die Strukturen des Bildungs- und Berufssystems hinter sich gelassen, ihr Leben so arrangiert wie sie es für lebenswert empfindet. X erwirtschafte seit Beginn der Unternehmung mehr Einkommen als zuvor im „sicheren“ Angestelltenverhältnis. Und hat dabei mehr Spaß, Zufriedenheit und Motivation. Wie das geht? Wenig Selbstzweifel, dafür viel Selbstdarstellung und noch mehr Ausdauer. Ob das jeder kann? Mit einer „ich will“ Einstellung – ja!

So viel zum möglichst objektiven Skizzieren meiner Person. Bis vor kurzer Zeit war es für mich und meinen Werdegang aus beruflicher Sicht unerheblich ob ich Mann oder Frau bin. (Lesen Sie den Text oben ruhig noch einmal). Zumindest wollte ich mich niemals in anderen Kategorien messen als dass ich ein Mensch mit gewissen Fähigkeiten und Unfähigkeiten bin. Ich bezeichne das als postfeministische Wesenszüge – sprich: das erhaben Sein über Ungleichberechtigung. Alles ist cool solange ich cool bleibe, d.h. ich hart arbeite oder gewissen Situationen mit einem Augenzwinkern begegne. Ich, Person X lebe also in einem vermeintlich aufgeschlossenen Umfeld das mich großteils unterstützt und fördert.

Das Ursache und Wirkung Prinzip klappt zwischen meiner Umwelt und mir meist wunderbar – bis jetzt. Jetzt stelle ich mir manchmal die Frage ob mit mir etwas nicht stimmt oder ob ich mein Umfeld ändern sollte. Warum ich die Wäsche meines „Mannes“ nicht wasche und bügle? Warum ich nicht zum Sonntagsnachmittagskaffee von befreundeten Paaren und deren Kleinkindern gehen mag? Warum mich deren Stuhlgang nicht interessiert? Warum ich den mitleidigen Blick „na freust dich schon wenn’s bei euch mal so weit ist“ zum Kotzen finde? Warum ich in solchen Situationen trotz bemühter schau-spielerischer Fähigkeiten meine Begeisterung nicht spielen kann? Warum ich mich immer wieder in solchen Situationen wieder finde? Und am aller schlimmsten: Warum ich dieses Zukunftsbild, das ich an solchen Sonntagen vor mir sehe nicht erstrebenswert finde?

Weil ich gerne ich bleiben würde. Ich mag mein Leben das ich mir erschaffen habe. IST DAS SO SCHWER ZU VERSTEHEN?

Aber Moment – jetzt nicht in die falsche Schublade bedienen. Die Vorstellung mit meinem Liebsten bis ans Ende aller Tage zu Zweit am Sofa zu sitzen erscheint mir nicht die ideale Lösung. Liebe Eltern da draußen. Warum um alles in der Welt kenne ich KEINE Menschen die das ordentlich d.h. ohne Stressanfälle wegen Perfektionstrieb der Mutter und unausgewogener Anwesenheit seitens des Vaters gelöst bekommen? Wo sind meine Vorbilder wie ich sie sonst in anderen Lebensphasen gewohnt bin zu haben (z.B. Studium, Job, Unternehmertum, Medien, Sport,…)? Habe ich zu hohe Anforderungen und „euer Leben“ ist ohnehin erstrebenswert genug – bekommt ihr es nur nicht als glücklich transportiert oder habt ihr keine Lust es als glücklich zu transportieren weil es eure Privatsache ist? Werde ich langsam verrückt?

Fazit: eine nicht zufrieden stellende IST Situation.

Inspiration: „Allen Fortschritt verdanken wir den Unzufriedenen. Zufriedene lieben keine Veränderung.“

Schlussfolgerung: Herausforderung angenommen.

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Autorin: Romy Sigl

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